g und ç

(2 P.) In deutschen Wörtern wie wenig - wenige alterniert [ç] mit [g]. Warum muß in solchen Fällen {g} (und nicht {ç}) zugrundeliegen?


Musterlösung

Wenn in solchen Fällen {g} zugrundeliegt, ist [ç] durch eine phonologische Regel abzuleiten. Diese lautet: {g} wird im Silbenreim nach unbetontem /i/ zu [ç]; und sie erzeugt korrekt die belegten Formen wie ['kø:nɪç], ['ve:nɪç] usw.

Wenn dagegen {ç} zugrundeliegt, ist [g] durch eine phonologische Regel abzuleiten. Diese müßte lauten: {ç} wird in allen Kontexten außer dem soeben genannten zu [g]. Eine solche Regel würde z.B. von Kranich, Heinrich die Pluralformen ['kra:nɪgə], ['haɪnrɪgə] erzeugen, während es in Wahrheit ['kra:nɪçə], ['haɪnrɪçə] heißt.