Methodologisches

Um auf Sprachliches bezogene Allgemeinbegriffe zu bezeichnen, haben alle natürlichen Sprachen besondere Wörter, die der metasprachlichen Rede dienen. Das sind solche Wörter wie Wort, Ausdruck, Satz usw. Um einen einzelnen sprachlichen Ausdruck wie etwa Nelke zu bezeichnen, kann man ihn in Apposition zu einem solchen allgemeinen Term in einem referentiellen Nominalsyntagma verwenden, wie in B1.a und b. Man kann ihn - in natürlicher gesprochener Sprache - auch einfach so zur Bezeichnung von sich selbst verwenden, wie in B1.c.

B1.a. Der Ausdruck Nelke duftet nicht.
b. Das Wort Nelke ist sieben- bis achtmal schöner als das Wort carnation.
c. Nelke ist sieben- bis achtmal schöner als carnation.

Man unterscheidet zwischen der Verwendung und der Erwähnung eines Ausdrucks (engl. use vs. mention):

Typographische Unterscheidung

In geschriebener Sprache werden diese beiden Vorkommensweisen sprachlicher Ausdrücke typographisch dadurch unterschieden, daß die Erwähnung eines Ausdrucks besonders markiert wird, wie in B2.b (und mehreren vorhergehenden Beispielen).

B2.a.Fritz ist einsilbig.
b.Fritz ist einsilbig.

Der Zweck jeglicher Konventionen der Auszeichnung der Erwähnung sprachlicher Ausdrücke liegt darin, daß der Leser auf diese Vorkommensweise aufmerksam gemacht werden soll. In der Linguistik - als der Wissenschaft, die par excellence mit sprachlichen Ausdrücken zu tun hat - gelten folgende Konventionen:

In der Sprachwissenschaft ist Kursivsatz weitgehend für diesen Zweck reserviert und in dieser Funktion durch nichts zu ersetzen (in Handschrift wird er durch Unterstreichung symbolisiert). Insbesondere haben einfache und doppelte Anführungszeichen in dieser Disziplin andere Funktionen. Die ersteren werden zur Kennzeichnung von Begriffen (also unabhängig von den sie etwa bezeichnenden sprachlichen Ausdrücken), so wie in B3.a, verwendet, doppelte Anführungszeichen dagegen für Bedeutungsangaben, wie in B3.b.

B3. a. Laßt uns ‘Ausdruck’ und ‘Begriff’ nicht durcheinanderbringen!
b. In diesem Text stieß ich erstmals auf carnation “Nelke”.

Grenz- und Zweifelsfälle zwischen Kursivsatz und einfachen Einführungszeichen kommen vor. Wenn es auf den (einzelsprachlichen) Ausdruck qua Significans (Bezeichnendes) ankommt, wie z.B. in B2.b, ist jedenfalls Kursivsatz angebracht.

In der Philosophie ebenso wie auch sonst außerhalb der Linguistik häufig werden doppelte Anführungszeichen verwendet, um die Erwähnung von Ausdrücken zu kennzeichnen. Bedeutungen gibt man dort - und auch in formaler Linguistik - in Majuskeln an, wie in B4.

B4. "Chien" und "dog" bedeuten HUND.

Zusammengefaßt: