Keltisch

Keltisch ist ein Zweig der indogermanischen Sprachen und die Sprache der Kelten. Nach der Einwanderung der Indogermanen nach Europa hatten sie ihre Heimat wohl zunächst neben den Germanen und Italikern in Mitteleuropa und waren dort Träger der Halstatt-Kultur (-750 - -450). Von dort verbreiteten sie sich über Süd- und Westeuropa. Im 6. Jh. v.Ch. waren sie, als Keltiberer, bereits in Iberien etabliert. Seit dem 5. Jh. gingen sie nach Zentralkleinasien (und bekamen dort als Galater einen Brief vom Apostel Paulus). In Italien siedelten sie im Pogebiet. Sie besetzten den ganzen Norden Galliens. Ihre Einwanderung auf die britischen Inseln ist nicht genau zu datieren; sie muß zwischen -2.000 und -700 stattgefunden haben. Nur auf den letzteren überlebten keltische Sprachen bis heute. Die Bretonen sind erst zwischen 450 und 600 aus Wales und Cornwall in die Bretagne zurückgewandert.

Die Kelten hatten zunächst keine Schrift. Die verschiedenen Stämme lernten die Schrift von den jeweiligen entwickelteren lokalen Kulturen, auf welche sie stießen. Daher übernahmen die Keltiberer die iberische, die narbonensischen Gallier die griechische und die italischen Gallier die etruskische Schrift.

Festlandkeltisch Gallisch -
Lepontisch -
Keltiberisch -
Inselkeltisch Altirisch Irisch
Schottisch-Gälisch
Manx
Britannisch Walisisch
Kornisch
Bretonisch

Die Kelten wurden im 5. Jh. v.Ch. von den Germanen aus ihrer angestammten Heimat verdrängt. Festlandkeltisch ist bereits in der Antike zugunsten von Latein ausgestorben. Auch in Britannien wurde es seit der römischen Eroberung von Latein verdrängt, dann aber weit radikaler seit dem 6. Jh. bis heute vom Angelsächsischen. Obwohl insgesamt nicht wenige antike keltische Sprachdenkmäler erhalten sind, sind sie nur zum Teil verständlich. Allerdings sind in gut bekannten Sprachen, insbesondere Latein, zahlreiche keltische Lehnwörter überliefert.