Das Skript ist einem Begriff von ‘Sprachtheorie’ verpflichtet, wo diese nicht lediglich durch logische Deduktion auf begrifflicher Grundlage und auch nicht durch Formalisierung eines Beschreibungsmodells gewonnen wird. Vielmehr ist Karl Bühler zu folgen, wenn er sagt: “Die Sprachtheorie muß die einfache Spitze des empirischen Werkes der Sprachforscher sein.” (Bühler 1934: XXIV) Eine Sprachtheorie ist also eine Zusammenfassung dessen, was die Linguistik über ihren Gegenstand weiß, zusammengekürzt auf das Wesentlichste. Daß sie gewissen wissenschaftstheoretischen Ansprüchen genügen sollte, versteht sich und wird gleich im ersten Abschnitt behandelt.
Die Anfänge dieses Skripts reichen in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Freilich ist es seitdem ständig überarbeitet und erweitert worden. Jedesmal, wenn ich das Seminar abgehalten habe, haben mir selbständig und kritisch denkende Studenten wertvolle Hinweise gegeben, die Verbesserungen des Textes ausgelöst haben bzw. noch auslösen müssen. Jegliche Kritik ist weiterhin hochwillkommen.
Die Bibliographie ist nur sporadisch aktualisiert worden. Dies ist bei diesem Gegenstand weniger schlimm als bei Kursen, die empirischen Gegenständen gewidmet sind, weil es nach dem gerade Gesagten Aufgabe der Sprachtheorie ist, das Wesentliche zusammenzufassen; das ändert sich gottseidank nicht alle paar Jahre. Nichtsdestoweniger ist die Bibliographie in einem höchst unbefriedigenden Zustand, vor allem weil sie viele Einträge enthält, auf die im Text nicht Bezug genommen wird und die auch gar nicht hineingehören.