Eine meronymische Beziehung ist eine Teil-Ganzes-Beziehung, wie etwa die Beziehung der Nase zum Kopf oder des Rades zum Wagen. Diese Beziehung ist in der Physik und Logik transitiv. D.h. wenn x Teil von y und y Teil von z ist, dann ist x auch Teil von z. Wenn also die Nase Teil der Kopfes und der Kopf Teil des Körpers ist, dann ist die Nase Teil des Körpers. Im Sprachgebrauch wird diese Transitivität allerdings oft nicht umgesetzt.

Da ein Ganzes normalerweise mehr als einen Teil hat, generiert die Transitivität der meronymischen Relation eine Hierarchie. Eine Meronymie (griech. méros “Teil”)1 ist eine Hierarchie von Begriffen, deren jeder mit mindestens einem anderen durch eine Teil-Ganzes-Relation verbunden ist. Auch die Lehre von Teil-Ganzes-Beziehungen heißt Meronymie. Als Beispiel hier ein Ausschnitt aus der Meronymie des menschlichen Körpers, die die Mutter aller Meronymien ist.

Meronymie: menschlicher Körper

Die Meronymie ist (nach der Taxonomie) die zweitwichtigste Art der Hierarchie.


1 Zu dem Terminus gibt es zahlreiche Varianten. Was das Determinans des Kompositums angeht, so müßte es gemäß griechischer Morphologie mereo- lauten. Daher findet sich nicht selten die Form Mereonymie. Was das Determinatum betrifft, so basiert es auf griech. ónyma “Name”. Es könnte aber auch (wie in Taxonomie) auf nómos “Gesetz” basieren; so ergibt sich die Variante Meronomie (Mereonomie). Schließlich könnte es natürlich auch auf lógos “Begriff” basieren; so erhält man den Terminus Merologie (Mereologie), der aber meistens eine andere Bedeutung hat.