Interjektion
Interjektion 21.07.2026

Begriff der Interjektion

An interjection is a non-mimetic holophrastic particle. Es ist also eine satzwertige Partikel. “Satzwertig” besagt, daß sie keine syntaktische Funktion in einem einfachen Satz einnimmt, sondern selber einen selbständigen Satz konstituiert. Sie kann allerdings mit anderen einfachen Sätzen zu einem komplexen Satz – einer Satzreihe – verbunden werden.

Folgendes Schaubild verdeutlicht die Stellung der Interjektionen innerhalb der Partikeln:

particle sociative particle adaptive particle clause particle focus particle emphasizer associative particle connective thematic structure articulator ideophonic particle interjection holophrastic particle deictic interjection anaphoric interjection combination endocentric combination exocentric mimetic non-mimetic

Durch die Bedingung ‘nicht-mimetisch’ werden Ideophone per definitionem ausgeschlossen.

Arten von Interjektionen

Die folgende Klassifikation von Interjektionen ist semantisch basiert.

Anakoenotika

Ein Anakoenotikon ist eine Interjektion, die Affekte des Sprechers oder seine Interaktion mit dem Hörer vermittelt. Es funktioniert referentiell.

Deiktische Anakoenotika

Ein Thymophon (“Empfindungswort”) ist ein Anakoenotikon, das einen Affekt des Sprechers wiedergibt. Beispiele: autsch! pfui! hoppla! ätsch!

Ein Klesiphon (“Appellinterjektion”) ist ein Anakoenotikon phatischer Funktion, das die Kommunikation mit dem Angesprochenen reguliert. Beispiel: hallo, he(da), eia(popeia), na, psst, toi toi toi.

Ein Zooklesiphon (“Lock- und Scheuchlaut”) ist ein Klesiphon zur Kommunikation mit Tieren.
Beispiele: puttputt, miezmiez, hü, kusch.

Anaphorische Anakoenotika

Ein anaphorisches Anakoenotikon (oder Dialogophon (“Gesprächswort”)) ist eine Interjektion, die den Gesprächsablauf steuert.
Beispiel: ja, nein, tja, hmhm.

Phatische Interjektionen

Eine phatische Interjektion ist eine Äußerung, die den Kommunikationskanal besetzt, ohne etwas zu übermitteln, wie h(e)m. Dazu gehören auch Hesitative wie äh.

Morphologische Klassifikation

Es gibt monomorphematische und polymorphematische Interjektionen. Letztere kommen oft durch Reduplikation zustande. Eine besondere Untergruppe von ihnen sind Kommentarwörter.

Kommentarwort

Der Inflektiv eines Worts ist sein Stamm, als Wortform benutzt; z.B. hüstel.

Ein Kommentarwort (Drosdowski et al. 1984:381, 395) ist eine Interjektion, die auf dem Inflektiv eines Verbs basiert und eine Handlung oder Einstellung eines Teilnehmers der Sprechsituation kommentiert. Beispiel: ächz, würg, mampf-mampf, indieluftgeh.

Literatur

Ehlich, Konrad 1986, Interjektionen. Tübingen: M. Niemeyer (Linguistische Arbeiten, 111).

Wikipedia 30.05.2007 s.v. Interjektion.