Status von Sprachen
Anzahl der Sprachen auf der Welt
Wieviele Sprachen, schätzen Sie, werden derzeit auf der Erde gesprochen? Hundert? Tausend? Oder etwa noch mehr? Wir könnten ja eine einfache Hochrechnung versuchen, indem wir zunächst einmal überlegen, wieviele Sprachen in Europa gesprochen werden. Das sind mindestens: Deutsch, Niederländisch, Englisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch (Landsmål), Isländisch; Irisch; Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Rätoromanisch, Rumänisch; Russisch, Ukrainisch, Polnisch, Tschechisch, Serbokroatisch, Bulgarisch; Albanisch, Griechisch, Litauisch, Lettisch; Finnisch, Lappisch, Estnisch, Ungarisch; Baskisch, Türkisch. Das wären 30, falls wir keine vergessen haben. Wenn wir der Einfachheit halber annehmen, daß Europa bezüglich der Sprachenvielfalt für die Erdteile repräsentativ ist, würde unsere Hochrechnung etwa 150 Sprachen für die ganze Welt ergeben.
Nun, mit dieser Rechnung haben wir uns um Größenordnungen vertan. Abgesehen davon, daß wir den größten Teil der europäischen Sprachen vergessen haben (z.B. Friesisch, Provenzalisch und Slovenisch, um nur drei zu nennen), werden auf allen anderen Kontinenten sehr viel mehr Sprachen als in Europa gesprochen. Allein auf Neuguinea, das offenbar die höchste Sprachendichte hat, gibt es an die 900 Sprachen, die nicht enger miteinander verwandt sind als die europäischen und zu mindestens zwei völlig verschiedenen Sprachstämmen gehören, nämlich den melanesischen und den Papuasprachen (ca. 750).
Das (Stand 2007) aktuellste und umfassendste Verzeichnis, der Ethnologue von 2005, zählt 6.912 Sprachen auf. Hier wird allerdings z.B. mit 24 Kaqchiquel-Sprachen gerechnet, die nach anderen Autoritäten lediglich eine sind. Andere Verzeichnisse, die die sogleich zu besprechende Unterscheidung zwischen Sprache und Dialekt konservativer handhaben, kommen auf 4.580 Sprachen. Die genaue Anzahl der heute gesprochenen Sprachen läßt sich aus mehreren Gründen nicht feststellen:
- Einmal sind noch nicht alle tatsächlich gesprochenen Sprachen identifiziert; in Amazonien oder auf Borneo gibt es noch linguistisch nicht erschlossene Winkel.
- Viele Sprachen sind unter verschiedenen Namen bekannt, nämlich i.w. unter Namen, die verschiedenen Sprachen angehören. Das gibt es auch in Europa: Holländisch und Niederländisch, Provenzalisch und Okzitanisch, Kymrisch und Walisisch sind jeweils dasselbe. Und die Sprache, die u.a. unter den Namen German, Allemand, Tedesco und Nemeckij bekannt ist, wird von ihren Sprechern selbst Deutsch genannt. In entfernteren Weltgegenden ist es allerdings oft nicht so sicher, ob eine Sprache, über die unter einem Namen berichtet worden ist, identisch ist mit einer neuerdings unter anderem Namen bekannten Sprache. Die Listen der Sprachen der Welt enthalten sicher viele solche Synomyme.
- Drittens hängt die Anzahl von Sprachen, mit der wir rechnen, sehr stark davon ab, ob wir bestimmte Idiome als selbständige Sprachen zählen oder als Dialekte ein und derselben Sprache ansehen. Die Kriterien für diese Unterscheidung werden von den für die verschiedenen Sprachgebiete der Welt kompetenten Linguisten nicht einheitlich gehandhabt; vielfach fehlt auch einfach die zureichende Information für eine Entscheidung. Diese Situation kann man sich auch in Europa veranschaulichen. Wenn z.B. Schweizerdeutsch ein deutscher Dialekt ist, warum dann nicht auch Niederländisch, da sie doch vom Hochdeutschen etwa gleich weit entfernt sind?
Meist wird für die Unterscheidung ein Kriterium der wechselseitigen Verständlichkeit angeführt. Das Kriterium ist aber mindestens aus zwei Gründen problematisch. Erstens sind Dialekte kontinuierlich voneinander verschieden, wie man sich leicht überzeugt, wenn man in Deutschland oder Italien von Norden nach Süden reist. Während benachbarte Dialekte wechselseitig verständlich sind, sind es die Pole des Dialektkontinuums nicht mehr. Wo ist da die Grenze zwischen Sprache und Dialekt? Zum zweiten kann das Kriterium höchstens in einem politischen und historischen Vakuum den Ausschlag geben. So wird es tatsächlich in exotischen Gegenden von Linguisten angewandt, gilt aber in Europa mit traditionell festen sozialen und politischen Grenzen nicht. Z.B. wäre nach dem Kriterium der wechselseitigen Verständlichkeit das Galizische ein Dialekt des Portugiesischen; aber da es nicht in Portugal gesprochen wird, halten seine Sprecher es lieber für eine Sprache. Tatsächlich ist das, was die Sprecher über den Status ihres Idioms angeben, für seine Kategorisierung in der Öffentlichkeit letztlich ausschlaggebend. - Minderheitensprachen sind in der umgebenden Gesellschaft oft stigmatisiert. Sie werden dann von ihren eigenen Sprechern gelegentlich verleugnet. Ende des 20. Jh. nahm die Anzahl der Sprachen auf der Welt nominell etwas zu, und zwar nur deswegen, weil einige Regierungen ihre restriktive Sprachpolitik etwas lockerten und sich daher mehr Menschen zu ihrer Sprache bekannten.
- Und schließlich sterben immer wieder Sprachen aus. Die Verteilung der Sprecher auf die Sprachen ist nämlich höchst unausgewogen. Von den 6.912 Sprachen vereinigen die fünf größten, nämlich Mandarin (Chinesisch), Englisch, Hindi-Urdu, Spanisch und Russisch, bereits 40% aller Sprecher auf sich. Hunderte von Sprachen werden dagegen von kleinen Stämmen, vielleicht nur von einer Handvoll Leuten gesprochen. Jedes Jahr sterben mehrere dieser Sprachen aus. Wir kommen später noch darauf zurück.
Naiver Sprachchauvinismus
Auf der Ebene des vorwissenschaftlichen Bewußtseins gibt es keine Reflexion über die Vielfalt der Sprachen. Man unterscheidet nur zwischen denen, die so sprechen wie wir, und denen, die das nicht tun, die man deshalb nicht verstehen kann und die daher eigentlich gar nicht richtig sprechen. Bei den alten Griechen hießen alle Ausländer barbaroi; das sind, wörtlich genommen, diejenigen, die nur bar bar reden. Bei den Russen (und entsprechend bei den anderen Slaven) heißt der Deutsche nemec; das ist abgeleitet von dem Adjektiv nemoj "stumm". Auf derselben Linie liegt es, wenn viele Völker für sich selbst keinen besonderen Namen haben, sondern sich einfach "Leute" o.ä nennen. Das ist z.B. die Bedeutung des Wortes Bantu. Viel anders ist es im Deutschen auch nicht; deutsch, althochdeutsch diudisca, kommt von germanisch *theuda "Volk", bezieht sich also auf die "völkische" Sprache.
Für das vorwissenschaftliche Bewußtsein sind also die verschiedenen Sprachen keine prinzipiell gleichwertigen Ausdrucksmittel. Vielmehr gibt es eine normale Art zu reden; das ist eben die, auf die "wir" es tun. Alle anderen Sprachen sind ihr gegenüber weniger für ihre Aufgabe geeignet, weichen irgendwie vom Normalen ab. Typisch dafür ist die Reaktion einer Passantin, von der ich einmal in Brasilien "die Straße Nr.7" erfragte. Dies heißt auf Portugiesisch a rua sete. Ich sprach die Dame allerdings auf Spanisch an und fragte also nach la rua siete. Die Angeredete hatte große Mühe, mich zu verstehen, dann aber rief sie aus:" Ach, Sie meinen a rua sete! Aber Sie sprechen es sehr schlecht aus!"1
Mehrsprachigkeit
Diese Einstellung beruht auch darauf, daß die Sprecher der "großen" Sprachen überwiegend einsprachig sind. Uns scheint es ganz selbstverständlich, daß der Mensch sich, wenn er nicht gerade auf Auslandsreise geht, tagein tagaus ein und derselben Sprache bedient. Für die Sprecher der meisten Sprachen auf der Welt ist jedoch Mehrsprachigkeit (Multilinguismus) die alltägliche Situation. Z.B. beherrschen die meisten erwachsenen Sprecher des Hua im Zentrum von Papua-Neuguinea außer ihrer Muttersprache noch drei, gelegentlich auch mehr Sprachen von Nachbarstämmen fließend. Solche multilingualen Gesellschaften sind oft exogam, suchen sich also die Ehepartner grundsätzlich im Nachbarstamm. Im Vergleich zu solch abwechslungsreichem Sprachleben stellt der für die "zivilisierten" Gesellschaften typische Monolinguismus zwar zahlenmäßig nicht gerade eine Ausnahme, sicherlich aber eine Verarmung dar.
Abendländischer Überlegenheitsdünkel
Die bei jener Brasilianerin zum Ausdruck kommende Haltung bestimmte auch die wissenschaftliche Sprachforschung bis zur Wende des 19. zum 20. Jahrhundert, nur übertragen auf das Niveau der Sprachfamilie. Zur indogermanischen Sprachfamilie gehören das Deutsche, die meisten anderen eingangs aufgezählten Sprachen, die indoarischen und andere Sprachen Südwestasiens und vor allem auch die "klassischen" Sprachen Latein und Griechisch. Diese Sprachfamilie galt als überlegen, die meisten anderen als entartet, verderbt, chaotisch. Diese Auffassung beruhte letztlich auf der Überzeugung von der Überlegenheit der abendländischen Zivilisation. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts schuf man einen sprachwissenschaftlichen Überbau für diese Ideologie, indem man gerade die den (alt-)indogermanischen Sprachen eigenen Struktureigenschaften als vorzüglich geeignet zur Erfüllung der Funktionen menschlicher Sprache zu erweisen versuchte. Es stimmt nachdenklich, daß sich an diesem Geschäft sogar, und in vorderster Linie, Wilhelm von Humboldt beteiligte, der ansonsten zu den hervorragendsten Forschern in der Geschichte der Disziplin gehört.
An die Überlegenheit der indogermanischen Sprachen glaubt heute kein Linguist mehr, weil er dafür keine wissenschaftlichen Gründe anführen kann. Damit ist allerdings noch nicht entschieden, ob grundsätzlich eine Sprache vollkommener oder mindestens für gewisse Zwecke besser geeignet sein kann als eine andere. Mehr dazu auf der Seite über Sprachsoziologie.
Was ist eine Weltsprache
Das Thema ‘Sprachen der Welt’ soll in dieser Veranstaltung im Sinne von ‘Weltsprachen’ verstanden werden. Es ist also die Frage zu beantworten: Was ist eine Weltsprache? Es kommen Kriterien wie die folgenden infrage:
- Sprecherzahl
- (politische) Bedeutung für die internationale Kommunikation
- kulturelle Bedeutung.
Zahl der Sprecher
Die Sprecherzahlen sind aus mehreren Gründen grundsätzlich schwer festzustellen:
- Die offiziellen Angaben gehen meist auf Zensus zurück. Aber die beziehen sich meist auf die ethnische Zugehörigkeit und können manipuliert sein.
- Ferner werden bei den Angaben Erst- und Zweitsprachigkeit selten auseinandergehalten. Gerade in den Zahlen für große Sprachen wie Englisch und Spanisch sind oft viele Zweitsprecher enthalten.
Die folgende Tabelle enthält die Sprecherzahlen der 40 weltgrößten Sprachen.
| Nr. | Sprache | Muttersprachler | Zweitsprecher | Datum |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Mandarin | 874 | 185 | 1999 |
| 2 | Hindi | 366 | 121 | 1999 |
| 3 | Spanisch | 358 | 95 | 1999 |
| 4 | Englisch | 341 | 167 | 1999 |
| 5 | Bengali | 207 | 4 | 1999 |
| 6 | Portugiesisch | 176 | 15 | 1999 |
| 7 | Russisch | 167 | 110 | 1999 |
| 8 | Arabisch | 150 | 50 | 1989* |
| 9 | Japanisch | 125 | 1 | 1999 |
| 10 | Deutsch | 100 | 28 | 1999 |
| 11 | Koreanisch | 78 | - | 1999 |
| 12 | Französisch | 77 | 51 | 1999 |
| 13 | Wu | 77 | - | 1984 |
| 14 | Javanisch | 76 | - | 1999 |
| 15 | Yue | 71 | - | 1999 |
| 16 | Telugu | 70 | 5 | 1999 |
| 17 | Marathi | 68 | 3 | 1997 |
| 18 | Vietnamesisch | 68 | - | 1999 |
| 19 | Tamil | 66 | 8 | |
| 20 | Italienisch | 62 | ? | 2002 ? |
| 21 | Türkisch | 61 | [inkl.] | 1999 |
| 22 | Urdu | 60 | 44 | 1999 |
| 23 | Gujarati | 46 | - | 1997 |
| 24 | Jinyu | 45 | - | 1995 |
| 25 | Min Nan | 45 | - | 1999 |
| 26 | Polnisch | 37 | ? | 1986 |
| 27 | Xiang | 36 | - | 1984 |
| 28 | Kannada | 35 | 9 | 1999 |
| 29 | Hakka | 33 | - | 1999 |
| 30 | Indonesisch | 30 | 140 | 1996 |
| 31 | Burmesisch | 29 | 3 | 1999 |
| 32 | Sundanesisch | 27 | - | 1990 |
| 33 | Bhojpuri | 26 | - | 1997 |
| 34 | Rumänisch | 26 | - | 1999 |
| 35 | Thai | 25 | 1990 | |
| 36 | Maithili | 24 | - | 1981 |
| 37 | Haussa | 24 | 15 | 1999 |
| 38 | Niederländisch | 16 | 4 | 2000 |
| 39 | Assamesisch | 15 | - | ? |
| ? | Swahili | 5 | 30 | 1989 |
* Keine exakten Angaben verfügbar.
Die Angaben stammen aus der 14. Auflage des Ethnologue. Sie beruhen i.a. auf Zensus aus den Jahren seit 1986, die die Volkszugehörigkeit, nicht jedoch die Sprache erheben. Man sieht, daß unter den 39 stärksten Sprachen allein 7 chinesische und 8 in Indien gesprochene Sprachen (5 indoarische und 3 dravidische) sind. Hier resultiert die "Größe" einer Sprache allein aus dem Bevölkerungswachstum des sie sprechenden Volkes. Die schiere Anzahl der Muttersprachler ist also für den Status einer Sprache als Weltsprache theoretisch am uninteressantesten, politisch freilich von einiger Bedeutung.
Bedeutung als internationale Verkehrssprache
Die Bedeutung einer Sprache als internationaler Verkehrssprache läßt sich an Kriterien wie den folgenden ermessen:
- Verwendung einer Sprache als Zweitsprache
- Anzahl der Staaten, wo eine Sprache offiziellen Status hat
- Status einer Sprache als offizielle Sprache der Vereinten Nationen.
Das Kriterium Nr. 1 läßt sich wie folgt quantifizieren: Wenn man die Anzahl der Zweitsprecher einer Sprache durch die der Muttersprachler teilt, erhält man für die Sprache den Zweitsprachlerfaktor. Die folgende Tabelle zeigt eine Rangliste der sprecherstärksten Sprachen nach diesem Kriterium. Sprachen aus der vorigen Tabelle mit niedrigerem Zweitsprachlerfaktor sind nicht aufgeführt.
| Sprache | Verhältnis |
| Swahili | 6 |
| Indonesisch | 4,67 |
| Urdu | 0,73 |
| Französisch | 0,66 |
| Russisch | 0,66 |
| Englisch | 0,49 |
| Arabisch | 0,33 |
| Hindi | 0,33 |
| Deutsch | 0,28 |
| Spanisch | 0,27 |
| Haussa | 0,63 |
| Niederländisch | 0,25 |
| Mandarin | 0,21 |
# Der Zweitsprachlerfaktor ist die Anzahl der Zweitsprachler geteilt durch die Anzahl der Muttersprachler.
Wie man sieht, führen nach diesem Kriterium andere Sprachen die Liste an. Allerdings ist zuzugestehen, daß es sehr schwer ist, verläßliche Daten zu diesem Punkt zu erhalten. Die Zahlen für Zweitsprachler gehen bei einigen Sprachen auf Kosten der Zahl der Muttersprachler; m.a.W. man hat nicht, wie bei anderen Sprachen, die Zahl der Sprecher aufgebauscht dadurch, daß man die Zweitsprachler eingemeindet hat. In solchen Fällen hat ein hoher Prozentsatz von Zweitsprachlern auch damit zu tun, daß die Institution, die die Erhebung durchführte, solche Verhältnisse zulassen konnte.
Nach Kriterium Nr. 2 rangieren Englisch, Spanisch, Französisch, Arabisch und Russisch ganz vorne.
Das Kriterium Nr. 3 erfüllen Arabisch, Englisch, Französisch, Mandarin, Russisch, Spanisch. Hier kommt also gegenüber Kriterium Nr. 2 nur Mandarin hinzu. Hierdurch wird nebenbei deutlich, daß Kriterium 3 seinerseits überwiegend auf Kriterium 2 und außerdem auf der Rangliste der sprecherstärksten Sprachen basiert.
Kulturelle Bedeutung
Die kulturelle Bedeutung einer Sprache läßt sich veranschlagen anhand der kulturhistorischen Leistung, die ihre Literatur darstellt, sowie ihrer Bedeutung für die Entwicklung der Zivilisation. Dieser Parameter ist selbstverständlich nicht objektiv meßbar. Man kann sich aber für die Zwecke einer Lehrveranstaltung, die in Mitteleuropa stattfindet, an die hiesige Tradition halten. Dann ist klar, daß die großen Sprachen der europäischen Antike und des Mittelalters zu berücksichtigen sind (Nr. 1 unten), aber auch die Sprachen der Völker, die in anderen Weltgegenden hervorragende kulturelle Leistungen hervorgebracht haben (Nr. 2):
- Altgriechisch, Latein, Französisch, Englisch, Deutsch;
- Aztekisch, Quechua, Sumerisch, Akkadisch, Hebräisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Tamil, Sanskrit.
Von diesen belegen einige ohnehin wegen ihrer Sprecherzahl vordere Plätze auf der Rangliste.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Länge der dokumentierten Geschichte einer Sprache:
|
Überlieferung
Sprache
|
Beginn | Ende | Dauer |
|---|---|---|---|
| Ägyptisch – Koptisch | -3.000 | 1.550 | 4.550 |
| Chinesisch – Mandarin | -1.750 | [heute] | 3.750 |
| Griechisch | -1.600 | [heute] | 3.600 |
| Akkadisch | -3.000 | 100 | 3.100 |
| Altindisch – Hindi | -1.000 | [heute] | 3.000 |
| Aramäisch | -1.000 | [heute] | 3.000 |
| Latein – Italienisch | -600 | [heute] | 2.600 |
Auch in dieser Menge kehren Sprachen wieder, welche auch nach anderen Kriterien Weltsprachen sind.
Schluß
Man sieht, daß die verschiedenen Kriterien zu verschiedenen Ergebnissen führen. Wir werden in dieser Veranstaltung, ohne Rücksicht auf die genannten Kriterien, einige Sprachen ausschalten:
- Die meisten Sprachen der Antike werden in einer anderen Veranstaltung behandelt.
- Deutsch wird aus ökonomischen Gründen nicht behandelt.
- Im Prinzip wird von jeder Sprachfamilie nur eine Sprache behandelt, mit Ausnahme allerdings der indogermanischen Sprachfamilie, erstens wegen ihrer besonderen internationalen Bedeutung und zweitens, weil sie uns am nächsten liegt.
1 Nicht immer freilich ist der Sprachchauvinismus naiv. Immer wenn ein Einzelner seinem Gesprächspartner, oder ein ganzes Volk einem anderen, seine eigene Sprache aufzwingt – und das kommt alle Tage vor –, spricht man richtiger von Sprachimperialismus.